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Westsahara – die letzte Kolonie Afrikas

04.05.2018 @ 18:00

kostenlos

Fotoausstellung (Eröffnung)

–> Saharawi refugee camps

© Karin Moser


 

Vortrag und Diskussion:

Hubert Höllmüller:

Prof. an der FH Kärnten, Hrsg. von: “Westsahara – ein besetztes Land, bei den Flüchtlingslagern der Polisario in Algerien”

Fatimetou Sidi Mohamed Ahmed:

Professorin an der pädagogischen Akademie der Universität Tifariti in den Flüchtlingslagern. 1976 Flucht nach Algerien vor den marokkanischen Besatzungstruppen. Seitdem lebt sie in Flüchtlingslagern auf algerischem Staatsgebiet in der Nähe von Tindouf, Südwestalgerien. Ihr Ehemann ist ehemaliger Justizminister  der Demokratischen Arabischen Republik Sahara und Vorsitzender der Verfassungsgebenden Versammlung der DARS. Eine Tochter arbeitet im diplomatischen Dienst der DARS, bei der Afrikanischen Union in Addis Abeba.

Fatimetu Labeida Hamdi:

Professorin und Fachinspektorin für Spanischunterricht an Grundschulen in den Flüchtlingslagern

arrangiert von Edgar Sorgo

war im Nov. 2017 im Flüchtlingscamp)

 


Westsahara ist die letzte Kolonie Afrikas. Seit Mitte der 60er Jahre verlangte die UNO von der Kolonialmacht Spanien, die Westsahara in die Unabhängigkeit zu entlassen. 1973 gründeten die Saharawi die Frente Polisario mit dem Ziel, Spanien zum Rückzug zu zwingen. Die Nachbarländer Marokko und Mauretanien meldeten Gebietsansprüche auf die Westsahara mit ihren reichen Rohstoffvorkommen (Phosphor und Fischgründe) an.
Diese Ansprüche waren und sind nach dem Urteil des Internationalen Gerichtshofes nicht berechtigt. Die Untersuchungskommission der UNO stellte den einhelligen Wunsch der sahrawischen Bevölkerung nach Unabhängigkeit fest. Trotzdem trat Spanien im „Dreiseitigen Abkommen von Madrid” im November 1975 die Verwaltung der Westsahara an Marokko und Mauretanien ab. Unverzüglich marschierten der Armeen der beiden Nachbarstaaten in die Westsahara ein. Marokko siedelte zusätzlich hunderttausende Zivilisten im Gebiet der Westsahara an. Die Frente Polisario organisierte den Widerstand und proklamierte 1976 die Demokratische Arabische Republik Sahara (DARS), die von ca. 80 Staaten anerkannt wurde und Mitglied der afrikanischen Union ist. Ein großer Teil der Zivilbevölkerung flüchtete vor dem Terror der marokkanischen Besatzer ins Exil in die südwestalgerische Wüste bei Tindouf, wo nach jüngsten Zählungen der UNO 172.000 Saharawi in fünf Flüchtlingslagern leben.
Mauretanien zog seine Armee nach mehreren Jahren wieder ab und Marokko erbat 1991 einen von der UNO vermittelten Waffenstillstand mit der Absichtserklärung, ein Referendum über den Status der Westsahara durchzuführen. Seit 1991 überwacht die UNO den Waffenstillstand und verweigert Marokko das versprochene Referendum. Und Frankreich verhindert im Sicherheitsrat seit 1991, dass das UNO Mandat auch ein Menschenrechtsmonitoring in den besetzten Gebieten einschließt. Ein spanisches Gericht beurteilte das Vorgehen Marokkos in den besetzten Gebieten als Genozid an den Saharawi…
Der Westsahara-Konflikt ist ein Überbleibsel der Ära der Befreiungsbewegungen, Revolutionen, Konterrevolutionen und Diktaturen der letzten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts. In der aktuellen Ausformung schon 42 Jahre alt, fandet und findet er keinen Einlass in den veröffentlichten Diskursen.


 

  • Bildrechte/copyright Ⓒ: Karin Moser

Details

Datum:
04.05.2018
Zeit:
18:00
Eintritt:
kostenlos
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Veranstaltungsort

Kultur in Graz
Lagergasse 98A
Graz, 8020
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Telefon:
+43316720267
Website:
kulturingraz.mur.at

Veranstalter

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