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SUMMARY:Egon Christian Leitner (Hg.): Auswege 002
DESCRIPTION:Vom Helfen und vom Wohlergehen oder Wie die Politik neu und besser erfunden werden kann \n\nGespräche mit Markus Marterbauer\, Friedrich Orter und Werner Vogt \n\n\n\nAuswege ist auch eine Bücherfolge. Die hier angekündigte Veranstaltung ist damit auch eine Buchpräsentation. \nDer Friedens- und Kriegsberichterstatter Friedrich Orter\, Werner Vogt\, Mitbegründer der Kritischen Medizin\, Hauptinitiator des Sozialstaatsvolksbegehrens Österreich\, Freund des vom Naziarzt Gross gequälten und in der Zweiten Republik weiterhin verfolgten Friedrich Zawrel\, erster Wiener Pflegeombudsmann\, der Konjunktur- und Wirtschaftsforscher\, Sozialstaatsökonom\, Statistiker Markus Marterbauer\, bis 2011 beim WIFO\, ab 2011 an der Wiener Arbeiterkammer\, sowie der Herausgeber der Reihe Auswege Egon Leitner stehen dem Publikum (d.h. der Öffentlichkeit) für Rede und Antwort und überhaupt zur Verfügung. \nBegrüßung: Pfarrer Hermann Glettler und Alfred Stingl\nModeration\, Einleitung: Johanna Muckenhuber; Interlocutor\, Einleitung: Egon Ch. Leitner (raisons d’ agir\, gegründet von Pierre Bourdieu infolge des Pariser Großstreiks im Winter 1995). Interplanetarisches Buffet (Begriff: Hans Georg Zilian\, Materie: plauderBar ISOP)\,\nMusik: von Pfarrer Glettler anempfohlene SolistInnen von auswärts \nVeranstalter: Steirische Gesellschaft für Kulturpolitik (GKP)\, Kultur in Graz (KiG). \n\nAusschnitte aus Egon Christian Leitner (Hg.): Vom Helfen und vom Wohlergehen oder Wie die Politik neu und besser erfunden werden kann. Gespräche mit Markus Marterbauer\, Fritz Orter und Werner Vogt\, erschienen soeben im Klagenfurter/Celovecer Wieserverlag als Auswege Nummer 2: \n\n\n„Die Eliten sind offensichtlich das Problem. Sie bilden falsch aus. Sozusagen ihre eigenen Teilhaber und Nachfolger. \nIch kann mich an eine große Alternativveranstaltung in Graz erinnern\, im Forum Stadtpark\, vor ein\, zwei\, drei Jahren\, da hat ein junger Mann gesagt\, dessen Namen ich nicht weiß\, an der Uni werde ihnen das Falsche beigebracht. Man bringe ihnen eigentlich nur ein Puzzle bei. Und bei dem Puzzle auch nur\, wie man es falsch zusammenfügt. In Wirklichkeit könnte man das Puzzle aber ganz anders zusammensetzen\, hat er gemeint. \n(Marterbauer lacht und nickt.) Kann man und muss man. Er hat natürlich völlig recht.“ * \n„Ich möchte Ihnen\, wenn Sie gestatten\, eine Stelle von Vogt vorlesen. Eine seiner Antworten in unseren Gesprächen. \nJa. \nEs geht dabei darum\, dass der Zweck selber das anzuwendende Mittel ist. Ich frage Sie dann im Anschluss\, ob Sie für die Stelle Verwendung haben: ‚Das Ziel ist da tatsächlich der Weg. Auf die Weise erspart man sich und den anderen die zeit- und kraftraubenden Umwege\, die zu nichts führen als in die Irre\, und die Ausflüchte\, die ohnehin danebengehen. Wenn das Ziel der Weg ist\, braucht man und darf man nichts aufschieben. Das\, was zu tun ist\, wird dadurch getan\, dass man es tut.’ \nNa ja\, das ist aber eben eine reflektorische Annäherung. Die Frage ist jedoch\, warum man so oft scheitert. Das Scheitern ist auch Vogt nicht erspart geblieben. Zumindest zwischendurch nicht. Natürlich ist bei einem Arzt vieles anders und kann er oft mehr tun als andere. Gerade bei den Unfallchirurgen ist das so in Katastrophen und Kriegen. Es ist aber nun einmal so vieles überhaupt nicht in unserer Macht und wird von den Leuten\, die die Übermacht haben\, verhindert oder kaputtgemacht. Das ist im sogenannten normalen Alltag und im Frieden genauso wie im Krieg. An der Frontlinie ist auch überhaupt nicht Zeit zu philosophieren. Man geht drauf oder es geht weiter. Man berichtet oder man berichtet nicht. Es nützt etwas oder es nützt nichts. \nBleiben wir vielleicht wieder beim Berichten. Vogt sagt oft\, die Leute interessiert ganz einfach so vieles nicht. Gerade eben die Verantwortlichen und Machthabenden interessiert so vieles nicht. \nJa\, das stimmt ganz einfach. Worum ich mich bemüht habe und was mir manchmal gelungen zu sein scheint\, war\, menschliches Leben zu erzählen. Aber beim biographischen Erzählen muss ich eben personifizieren. Ich habe den Spruch\, jedes Leben ist eine Biographie\, aber nicht jede \n\n\nBiographie ist ein Menschenleben. Jedenfalls habe ich mich immer bemüht\, die Leute selber zu Wort kommen zu lassen. \n\n\nIn der Hoffnung … \nIn der Hoffnung\, dass die anderen\, die Zuschauer\, die in Sicherheit sind und das Menschenleben sehen\, sich sagen: ‘Das könnte mir auch passieren.‘ Oder: ‘Was mache ich in einer solchen Situation?‘ Ich habe für meine Art der Berichterstattung … \nOpferberichterstattung als Friedensberichterstattung … \n… oft Morddrohungen bekommen\, von den verschiedensten Seiten. Einmal hat mir einer geschrieben: ‘Wenn du von den Tschuschen berichtest\, darfst du dich nicht wundern\, wenn du selber ein Tschusch wirst und wir dich so behandeln werden.‘ So etwas hat mich allerdings nie beeindruckt. \nZu Werner Vogt\, zur Vogtstelle\, wollte ich noch sagen: Er redet natürlich über Österreich. \nDa ist natürlich alles um Hausecken leichter. \nUnd trotzdem wird es nicht gemacht. Und insofern stimmt\, kommt mir vor\, die Stelle\, die ich Ihnen vorgelesen habe\, doch. Dass der Zweck\, dass das Ziel das anzuwendende Mittel ist. Der Rechtsstaat wird aufrechterhalten\, indem man ihn aufrechterhält\, die Demokratie wird dadurch praktiziert\, dass man sie praktiziert\, gelernt wird dadurch\, dass man lernt\, geredet miteinander wird dadurch\, dass man miteinander redet\, geholfen wird dadurch\, dass man hilft. Was schadet\, wird dadurch unschädlich gemacht\, indem man es unschädlich macht. Nicht aufgegeben wird dadurch\, dass man nicht aufgibt. Durchgesetzt wird etwas dadurch\, dass man es durchsetzt. Gewollt wird dadurch\, dass man will. Und so weiter. \nDie Stelle\, dass der Zweck das anzuwendende Mittel ist\, trifft auf die Realität zu\, wenn wir zum Beispiel von den österreichischen Verhältnissen und Möglichkeiten reden\, die nicht genutzt werden. Worum es sicherlich geht\, ist\, dass Normalität erhalten oder wiederhergestellt werden muss. Vielleicht tatsächlich am besten durch Normalität. Aber das ist ein Programm\, mit dem man in Zeiten von schwersten Krisen zumeist zu spät dran ist. Als Prävention und Prophylaxe wäre es sicher viel wert. Doch gibt es eine solche Politik von Seiten der Regierenden nicht. Das ist die Regel. Ausnahme fällt mir im Moment keine ein. \nBei Vogt ist es\, kommt mir vor\, eigentlich immer um die Dritte-Welt-Zustände in der Ersten Welt gegangen. \nIn Österreich. \nDas ein Rechtsstaat und eine Demokratie ist und katholisch und sozialstaatlich. Also bei uns gäbe es ja eigentlich eh alles\, was gebraucht wird\, damit die Dinge gut ausgehen können. So sehe ich halt die Vogtposition. Gegen die falschen quasimilitärischen Befehlsketten in staatlichen \n\n\nHilfseinrichtungen geht’s aber in Vogts Lebenswerk. Es darf ja eigentlich auch beim Militär ein Befehl\, der ein Unrecht ist oder eben ein Verbrechen ist\, nicht ausgeführt werden. Jeder Schaden anrichtende Befehl muss verweigert werden. Es darf nicht gehorcht werden. Sonst wird es kriminell. Ich sag das jetzt einmal so dramatisch. \n\n\nIst es auch.“ \n\nDie Gespräche bzw. Buchteile mit Marterbauer\, Orter\, Vogt verfügen über die Großthementitel \nBevor es zu spät ist\, was jetzt\, was tun? (Marterbauer)\nWarum gibt es kein Unterrichtsfach\, das Helfen heißt? (Orter)\nWie schützt man Menschen und wehrt sich selber? (Vogt)\nThesen gegen die herrschende\, niederträchtige Gesundheitspolitik (Vogt) Trauerrede für Friedrich Zawrel (Vogt)\nBourdieu und die helfenden Berufe (Leitner)\nWem gehört Ihr Leben? (Marterbauer) \nVersucht wird\, gerade auch am 14.9.\, über andere Dinge zu reden als üblich und auf andere Weise als üblich. Ein Vorschlag Pierre Bourdieus war\, gerade über die Dinge zu reden\, über die sonst nie geredet wird. Und zwar öffentlich. \nDer Abend ist für Menschen gedacht\, die existenziell\, als Menschen und BürgerInnen\, z.B. in ihrem helfenden Beruf\, Hilfe brauchen. Oder eben für Menschen z.B.\, welche die Hilfe von Ausübenden helfender Berufe brauchen. Oder eben für Menschen in Zwangssituationen verschiedenster Art. \nAuswege ist ein Versprechen. Die Veranstaltung ist einer von sehr wohl vielen\, mehr oder weniger fortgeschrittenen Anfängen\, dieses Versprechen beharrlich\, verlässlich und geistesgegenwärtig einzulösen. \nJeder nach seinen Fähigkeiten\, jedem nach seinen Bedürfnissen. Wie hieß das früher auch noch schnell? Freie Assoziation freier Individuen? Wir werden ja sehen: am 14.9.
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